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Weitwandern

Weitwandern/Trekking auf Weitwanderwegen

Quelle: Fritz Käfer / OEAV

Weitwandern bzw. Trekking ist keine neue Erfindung: Wandergesellen und Kaufleute zogen seit jeher aus beruflichen Gründen von Ort zu Ort und von Land zu Land; dasselbe gilt für Pilger, die zu den Gnadenstätten pilgerten oder eben „wanderten“; und auch Bergführer kann man als „Urwanderer“ bezeichnen.

Was ist ein Weitwanderweg und welche gibt es?

Nach der allgemeinen Definition sollte ein Weitwanderweg mindestens 300 km lang sein und mindestens drei Bundesländer berühren. Neben zahlreichen regionalen Wanderwegen führen vier österreichische Weitwanderwege von Ost nach West (01 bis 04), die von fünf Weitwanderwegen in Nord-Süd-Richtung (05 und 07 bis 10) gekreuzt werden. Das Pilgerwegesystem Mariazell 06 führt von Wien, Graz, Klagenfurt, Linz, Eisenstadt und vom Nebelstein im Waldviertel nach Mariazell. Übrigens: Pilgern ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden.

Welche Weitwanderwege führen durch Mallnitz?

Durch Mallnitz führt der Österreichische Weitwanderweg 10 „Rupertiweg“, mit geschätzten 560 km Länge; ein Teil davon deckt sich mit dem regionalen Wanderweg „Reißeck-Höhenweg“ (OEAV-Weg Nr. 579).

Der Rupertiweg wurde 1979 eröffnet; er führt durch Oberösterreich, Salzburg und Kärnten und reicht vom Bärenstein im Böhmerwald bis zum Naßfeld in Kärnten. Am Reißeck-Höhenweg erreicht er fast 2.800 m Seehöhe. Stellenweise sind daher Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich, bei Nebel außerdem ein guter Orientierungssinn.

Durch das Berchtesgadener Land und das Steinerne Meer in den Pinzgau und die Hohen Tauern: Von Salzburg steigt der Weg auf den Untersberg (1.853 m, Naturpark), führt über den Berchtesgadener Hochthron (1.772 m) und hinunter nach Berchtesgaden und zum Königssee. Von St. Bartholomä geht es auf dem alten Pilgerweg hinauf zum Funtensee (1631 m) im Steinernen Meer und schließlich zum Riemannhaus (2177 m) und hinab nach Maria Alm. Weiter geht es zum Hundstein (2.117 m) und wieder hinunter ins Salzachtal nach Taxenbach (776 m). Von hier führt der Weg durch die wildromantische Kitzlochklamm nach Rauris (949 m) und über die Seebachscharte (1.915 m) in den bekannten Kurort Bad Hofgastein (859 m). Weiter zum Bockhartsee und hinauf zum Mallnitzer Tauern (Hagener Hütte, 2.448 m) am Alpenhauptkamm und schließlich hinab nach Mallnitz (1.191 m).

Über die Reißeckgruppe ins Drautal sowie ins Gailtal und die östlichen Karnischen Alpen: Von Mallnitz steigt der Weg zum Arthur-von-Schmid-Haus (2.275 m) und folgt dem erwähnten Reißeck-Höhenweg (nur bei günstigem Wetter!) über Kaponigtörl und Zwenbergtörl (2690 und 2.780 m) zur Reißeckhütte (2.287 m). Von dort geht es über die Roßalmscharte (2517 m) ins Gmeineck-Gebiet und in die Bezirkshauptstadt Spittal an der Drau. Dann über den Goldeck-Gipfel (2142 m) mit herrlicher Aussicht, die Gusenalm (1740 m) und die Gaiacher Alm (1422 m) hinunter zum Weißensee (945 m) und über die Naggler Alm (1324 m) weiter in die Bezirkshauptstadt Hermagor (602 m). Noch einmal geht es bergauf durch die wildromantische Garnitzenklamm, über das Kühweger Törl (1914 m) zur Watschinger Alm (1625 m) und schließlich hinunter zum Naßfeld (1532 m).

Der Rupertiweg 10 ist auch Teil des Europäischen Fernwanderwegs E 10. Er verbindet die Nationalparks Berchtesgaden und Triglav und deckt sich zwischen St. Bartholomä und Maria Alm mit der Via Alpina.

Tauern-Höhenweg

Der Tauern-Höhenweg beginnt östlich von Obertauern in relativ flachem Gelände und verläuft westwärts bis zum Großvenediger. Übernachtet wird fast ausschließlich auf Hütten.

Der Mallnitzer Abschnitt des bekannten Weges 502 führt von der Osnabrücker Hütte über die Großelendscharte zum Hannoverhaus. Von dort geht es weiter zur Mindener Hütte und zur Hagener Hütte. Von der Hagener Hütte unterhalb der Geiselspitze führt der Weg über die Feldseescharte zur Duisburger Hütte am Mölltaler Gletscher.

Wie sind sie markiert?

Weitwanderwege sind ausschließlich rot-weiß-rot markiert, mit der jeweiligen Wegnummer im weißen Feld. Die Hunderterstelle gibt die durchquerte Gebirgsgruppe an. Für Markierung und Beschilderung sind die Sektionen der alpinen Vereine zuständig, die den jeweiligen Abschnitt betreuen. Für alle Weitwanderwege gibt es sogenannte „Wanderführer“ mit Angaben zu Route, Strecke und Gehzeiten sowie Skizzen und Diagrammen, die dem Wanderer die Orientierung erleichtern. Diese Führer erhält man bei der jeweiligen Sektion (manche auch im Buchhandel). Wer möchte, kann nach der Begehung jedes Weitwanderwegs ein schönes Abzeichen erwerben.

Ist Weitwandern gesund?

Was die gesundheitlichen Aspekte des Berg- und Weitwanderns betrifft, sind sich Sportmediziner einig, dass Weitwandern – neben dem verwandten Skilanglauf – zu den gesündesten Sportarten überhaupt zählt. Tempo, Tagesetappe und Dauer kann jeder nach seiner persönlichen und körperlichen Verfassung bestimmen. Die allmählichen Anstiege der Tagesetappen und das Gehtempo stärken den ganzen Organismus in Ausdauer und Leistungsfähigkeit. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass Ausdauersport – auch Weitwandern – hervorragend für Herz und Kreislauf ist. In der richtigen Dosierung kann Berg- und Weitwandern Bluthochdruck und niedrigen Blutdruck, Verengungen der Herzkranzgefäße sowie Diabetes durchaus positiv beeinflussen. Nicht zu vergessen ist die positive Wirkung auf das vegetative Nervensystem und die seelische Erholung. Kurz gesagt: Ausdauersport (wie Weitwandern) kann das Leben verlängern und die Lebensqualität verbessern. Achten Sie bei Mehrtagestouren darauf, dass der Rucksack nicht zu schwer ist, damit die Gelenke nicht übermäßig belastet werden. Wie führende Sportmediziner empfehlen, hilft die sogenannte Zwei-Stock-Technik (meist mit Teleskopstöcken), alle Gelenke zu entlasten.

Wirtschaftsfaktor und Seele

Wegen der Länge und Dauer der Touren können Weitwanderer meist nicht genug Proviant mitnehmen. Deshalb möchten wir auf den oft übersehenen Wirtschaftsfaktor „Weitwanderer“ hinweisen: Sie sind ganz auf die Versorgung durch Hüttenwirte und Gastwirte angewiesen. Natürlich sind die Kosten einer Weitwanderung aus diesen Gründen höher als die einer Tageswanderung – doch das intensivere Erlebnis entschädigt mehr als genug für die Ausgaben. Weil Weitwandern als „Individualwandern“ gilt, wirken sich die Ruhe und Entspannung unterwegs positiv auf Geist und Seele aus.